Wölfe-WM-News-Archiv

WM-News-Archiv Chicago 2007

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28.10.2007 - Chicago
Ergebnisdienst vom 27.10.: Konstantin Buga glänzt - Köber, Herfurth und Beblik ausgeschieden

Gestern konnte mit dem Berliner Mittelgewichtler Konstantin Buga nur ein deutscher Boxer die Vorrundenhürde überspringen. Er bot gegen den Franzosen Jean Michel Raymond eine starke Leistung und siegte verdient mit 19:8-Punkten. Er trifft nun im Achtelfinale in der Nacht zum Mittwoch MEZ auf den US-Amerikaner Shwan Estrada.
Nach dem Ausscheiden von Ronny Beblik erwischte es auch Superschwergewichtler Stefan Köber (Frankfurt/O.), der dem Litauer Jaroslaw Jaksto beim 6:22 ebenfalls deutlich unterlegen war. Nicht unerwartet kam hingegen das Scheitern von Marcel Herfurth (Halle, - 57 kg), der gegen Europameister Albert Selimov mit 6:30 unterlag.

27.10.2007 - Chicago
Ronny Beblik scheidet nach klarer Niederlage gegen Inder Kumar aus WM-Rennen aus

Ronny Beblik konnte heute Abend seinen guten WM-Auftakt leider nicht untermauern. Im zweiten Vorrundenkampf unterlag er dem Inder Jitender Kumar relativ deutlich mit 10:29 Punkten. Von Beginn an lag er gegen Kumar zurück. Sah nach Runde eins der 3-Punkte-Rückstand noch korrigierbar aus, so wuchs der Vorsprung des Dritten der Asienmeisterschaften nach Runde drei auf ein Dutzend an. Auch in Runde vier konnte Ronny dann keine Ergebnisverbesserung mehr erreichen. Nach Augenzeugenberichten fiel der Sieg aber etwas zu hoch aus, was sich anhand des Punktprotokolls durchaus auch nachvollziehen lässt.
"Ich hatte die Order, nach vorn zu gehen und ihn unter Druck zu setzen. Das habe ich auch versucht, aber er war sehr beweglich und seine Führhand hing fast in Kniehöhe. Wenn ich angriff, konterte er mich oft aufwärts ab. Das hat mich schon etwas verunsichert. Die Niederlage ging schon in Ordnung", gestand "Bebi" kurz nach dem Kampf.

Allerdings haderte er auch etwas mit der Leistung des Kampfgerichts. "Ich habe gekämpft, aber wenn man keine Punkte bekommt, was will ich dann machen? Wenn ich in der letzten Runde nicht einen Treffer in die Wertung bekommen habe, kann das ja gar nicht wahr sein", zeigte er sich über das Zustandekommen des deutlichen Punktergebnisses schon erstaunt. Immerhin sahen sogar zwei Punktrichter den Sachsen im Schlussgang in ihrer individuellen Wertung nicht einmal im Hintertreffen, obwohl diese Runde mit 0:7 an den Inder ging! Selbst ohne Videokenntnis und Kenntnis der Kämpferkonstellation im Ring ist dies ein zumindest bemerkenswertes Ergebnis. Auch Ringrichter Shadrack aus Lesotho war nach Ronnys Auffassung einige Male überfordert: "Als Kumar vorn lag, klammerte er dann immer öfter, was aber der Ringrichter kaum sah bzw. es mir in die Schuhe schieben wollte."

Kein Grund allerdings für den 21-jährigen Chemnitzer, den Kopf nun in den Sand zu stecken. Drücken wir ihm die Daumen, dass er seine Olympiachance noch bei einem der zwei europäischen Olympiaqualifikationsturniere im kommenden Jahr bekommt. "Ich muss jetzt schnell wieder nach vorn schauen. Bis zur DM Ende des Monats ist nicht viel Zeit. Und nur der Deutsche Meister fährt zu den Quali-Turnieren", schaut er, wenn auch etwas zähneknirschend, nach vorn.

27.10.2007 - Chicago
Schwierige Aufgabe für Ronny: Heute Abend "Zimmerehre" retten - Eine indische Rechnung ist noch offen bei Ronny

Heute Abend heisst es für alle Wölfe-Fans wieder feste Daumendrücken für "Bebi", wenn er kurz nach halb acht MESZ in der zweiten Runde auf Jintender Kumar aus Indien trifft. Der Bronzemedaillengewinner der Asienmeisterschaften vom Juni dieses Jahres und der letztjährigen Commonwealth-Games ist zwei Jahre jünger als Ronny (eine ursprünglich andere Meldung war eine Verwechslung mit seinem Namensvetter aus dem Halbschwergewicht - d.A.).

Es ist nicht die erste Bekanntschaft Ronnys mit dem indischen Boxsport, der in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat. Im Jahre 2002 traf er in Cottbus in seinem sage und schreibe erst achten Kampf seines jungen Boxerlebens bereits auf den amtierenden Kadetten-Weltmeister Suranjoy Balbir und unterlag nur mit 6:18-Punkten. So gesehen hat er mit Indien noch eine Rechnung offen!
Nach dem Ausscheiden von Rustam Rahimov am gestrigen Abend herrscht ohnehin "verkehrte Welt" in Ronnys Hotelzimmer. Kaum einer hätte es ja für möglich gehalten, dass der Routinier eher das Turnier verlassen muss als das "Vizeküken" im deutschen Aufgebot. Somit geht es für Ronny heut Abend wohl auch ein klein wenig darum, die Zimmerehre zu retten. Ein Gedanke, der in seiner Vorbereitung aber sicher keine Rolle spielen wird.

27.10.2007 - Chicago
Ergebnisdienst vom 26.10.: Erster Aderlass der deutschen Staffel - Rustam Rahimov scheidet gegen Kasachen aus, Dreßen unterliegt Europameister nur knapp - Povernov weiter

Gleich zum Auftakt der zweiten Runde hat es nun den ersten deutschen Kämpfer erwischt. Bantamgewichtler Rustam Rahimov musste durch eine 12:19-Niederlage gegen den Kasachen Mirzhan Rakhimzhanov die Segel streichen. Nachdem der Kasache schnell auf drei Punkte enteilt war, konnte Rustam bis anfangs der dritten Runde den Rückstand wieder auf einen Punkt verringern. Doch dann geriet er auf die Verliererstraße, wobei das Kampfgericht nach Ansicht von Augenzeugen des Kampfes seinen Anteil daran hatte.
Ganz so überraschend kam das Ausscheiden des Weltranlistenersten aus Velbert allerdings nun auch nicht, verlief doch seine WM-Vorbereitung nicht optimal, sodass es auch bei den WM-Nominierungskämpfen in Heidelberg fehlte.
Als zweiter Deutscher musste auch Martin Dreßen (- 64 kg, Schwerin) in dieser Nacht aus dem Turnier ausscheiden. Er zeigte allerdings bei der knappen 7:10-Niederlage gegen Europameister Boris Georgiew eine sehr anprechende Leistung.
Sie blieb gestern Alexander Povernov (- 91 kg, Gifhorn) der einzige Deutsche, der sich weiterhin Hoffnung auf eine Medaille machen kann. Er bezwang in einem schweren Kampf den Polen Kzristof Zimnach mit 18:10-Punkten. Er trifft nun im Achtelfinale in der Nacht zum Mittwoch auf den ebenfalls starken Italiener Clemente Russo, den er aber bei der EM in Plovdiv schlagen konnte.

26.10.2007 - Chicago
Ergebnisdienst vom 25.10.: Weste der deutschen Boxer bleibt nach Abschluss der ersten Vorrunde weiß - doch die Europameister scharren schon mit den Füßen

Nachdem in dieser Nacht die erste Vorrunde der WM ihren Abschluss fand, stehen die deutschen Boxer in Chicago erfreulicherweise mit unbefleckter Bilanz da. In dieser Nacht gewann auch Halbschwergewichtler Gottlieb Weiss (Hockenheim) seinen Auftaktkampf, der dem Tschechen Petr Novotny beim 20:4-Erfolg keine Chance ließ. Er trifft nun in der Nacht zum Montag (MEZ) auf den Chinesen Xiaoping Zhang.

In der nächsten Runde haben dann auch Jack Culzay, Artur Schmidt und Stefan Köber ihren ersten Auftritt in Chicago, die in der ersten Runde ein Freilos gezogen hatten. Heute müssen Rustam Rahimov (- 54 kg), Alexander Powernov (- 91 kg) sowie Martin Dreßen (- 64 kg) in den Ring. Die Kontrahenten sind in dieser Runde nun teilweise schon von andrem Schrot und Korn, so wartet auf Dreßen heute gleich der bulgarische Europameister Boris Georgiew.

25.10.2007 - Chicago
Viele Grüße vom Ufer des Michigansees an seine Fans in der Heimat sendet Ronny Beblik

Verständlicherweise war die Erleichterung nach der geglückten WM-Feuertaufe bei "Bebi" riesig, als er wieder zurück im WM-Hotel war. Immerhin war sein Auftaktgegner als Südamerikameister ja nicht von Pappe und zudem noch ein ungeliebter Rechtsausleger. Wie klar er ihn aber von Beginn an beherrschte, ließ selbst die ihn in der Ringecke betreuenden Trainer Adolf Angrick und Ex-Vereinskamerad und Wölfe-Bundesligaboxer Vladimir Pletnev zu kleinen Frotzeleien hinreißen. "Diesmal waren die Beine schneller als die Fäuste", neckte Angrick nach der misslungenen vierten Runde mit hochgezogenen Mundwinkeln. Dies war eine Anspielung auf die selbstbewusst kritischen Hinweise, welche die eigentlich als zurückhaltend bekannte "Fliege" ab und an im Training vom Stapel lässt.

Fern der Heimat hatte Ronny noch eine besondere Bitte, der wir hier gern nachkommen. Er bat, all seine Fans und Freunde in und um den Verein zu grüßen, die ihm heute Abend die Daumen gedrückt haben. Und nicht nur eingefleischte Boxexperten waren ja darunter. So haben auch Böttcher&Fischer vom Radiosender R.S.A. in ihrer heutigen Morgenshow der Chemnitzer "Fliege" alles Gute gewünscht. Ronny verspricht Euch allen, auch am Samstag gegen den Inder Kumar wieder sein Bestes zu geben. Bis dahin wird er bei lockerem Training die Akkus auftanken und die anderen deutschen Boxer im UIC-Pavillon lautstark unterstützen.

25.10.2007 - Chicago
Ronny Beblik schlägt Südamerikameister mit 16:13 Punkten - Am Samstag ist Inder Jitender Kumar nächster Gegner

Es ist vollbracht, der Traum vom Sieg hat sich erfüllt. Ronny Beblik feierte eine gelungene WM-Premiere. Der 21-jährige Chemnitzer schlug in seinem Auftaktkampf in Chicago den kolumbianischen Südamerikameister William Urina Serna mit 16:13 Punkten.

Ohne jede Nervosität startete "Bebi" in den Kampf und ging nach 20 Sekunden bereits in Führung. Sein toller Beginn wird unterstrichen durch den Fakt, dass er in der ersten Runde keinen einzigen Treffer hinnehmen musste und mit 4:0 in die Ecke ging. Diesen Vorsprung konnte er kontinuierlich auf acht Punkte nach Runde drei ausbauen. Doch dann begann noch einmal völlig unverhofft das Zittern. "Ich verlor völlig mein Konzept", gestand er auch hinterher ein. Der Kolumbianer setzte alles auf eine Karte, wollte unbedingt den Knockout und konnte so den Rückstand noch auf drei Punkte verringern. "Ich hab mich gut gefühlt. In der dritten Runde konnte ich ganz locker immer wieder über außen punkten. Auch konditionell hatte ich keien Probleme", freut er sich auf den nächsten Kampf. Ende gut, alles gut - hieß es jedoch nach seinem erfolgreichen WM-Einstand.

Der Kampfverlauf nach Rundenendständen (jeweils untere Zeile):
                           


Am Samstag Abend trifft Ronny nun auf Jitender Kumar aus der aufstrebenden Boxnation Indien. Kumar gewann in diesem Jahr Bronze bei den Asienmeisterschaften und im Vorjahr ebenfalls Bronze bei den Commonwealth-Spielen. Kumar bezwang den Moldawier Igori Samoilenco mit 20:14 Punkten.
Sicher wäre der Moldawier für Ronny der willkommenere Gegner gewesen, denn mit ihm hat er noch eine Rechnung aus dem Januar offen. Gegen den Moldawier musste er beim Bocskai-Memorial in Debrecen eine seiner zwei diesjährigen Hilfspunkt-Niederlagen hinnehmen.

Im Treffen der "Giganten" des Fliegengewichts bezwang Europameister Georgy Balakshin (Russland) den Weltranglistenersten Jerome Thomas (Frankreich) klar mit 25:11.

25.10.2007 - Chicago
Wer qualifiziert sich überhaupt für Olympia?

Diese Frage ist sicher eine der meistgestelltesten unter den Boxfans in diesen Tagen? Es wird zwar immer wieder vom ersten Qualifikationsturnier für Peking 2008 gesprochen, doch kaum einer weiss, welche Qualifikationskriterien aktuell sind.
Laut AP qualifizieren sich vom Halbfliegengewicht bist zum Halbschwergewicht alle Viertelfinalisten, nur im Schwer- und Superschwergewicht können nur die Halbfinalisten die Olympiatickets buchen.

Im Jahre 2008 finden dann noch zwei weitere europäische Qualifikationsturniere in Pescara (Italien) und Athen statt.

25.10.2007 - Chicago
Ergebnisdienst vom 24.10.: Auch Herfurth, Buga und Povernov in der nächsten Runde

Mit dem Hallenser Marcel Herfurth (- 57 kg) konnte der dritte deutsche Boxer in die nächste Runde einziehen. Er besiegte gestern Mittag Ortszeit den Engländer Stephen Smith mit 20:14 Punkten jederzeit verdient. Nur zu Beginn lag der Engländer schnell mit 3:1 in Front, doch bereits nach Runde eins führte Herfurth mit einem Punkt. Den Vorsprung baute er bis zur vierten Runde auf fünf Punkte aus und im Schlussgang verwaltete er diesen gegen den immer gefährlich bleibenden Weltranglistenneunten. Herfurth hat nun Samstagnacht MEZ eine ganz harte Nuss zu knacken: den russischen Europameister und Weltranglistenfünften Albert Selimov.
In dieser Nacht zogen dann auch Konstanin Buga (Berlin, - 75 kg) und Alexander Povernov (Gifhorn, - 91 kg) nach. Buga siegte gegen Tobias Luca Webb aus Wales beim Stande von 25:5-Punkten durch die 20-Punkt-Regel mit RSCO in Runde drei. Er trifft nun am Samstagabend MESZ auf den Franzosen Jean Michel Raymond.
Alexander Povernov wurde seiner Favoritenrolle gegen den Rumänen Marian Bogdan Dinu gerecht und siegte unangefochten 18:4. Er trifft in der nächsten Runde in der Nacht zum Samstag (MESZ) auf den Polen Kzristof Zimnoch, der immerhin einen heimbevorteilten Amerikaner knapp schlagen konnte.

Heute gilt unser besonderes Daumendrücken Ronny Beblik, der zwischen
19 und 20 Uhr (MESZ) zu seiner WM-Premiere in den Ring muss. In dieser Nacht wird dann auch noch Gottlieb Weiss seinen WM-Einstand geben.

24.10.2007 - Chicago
Ergebnisdienst vom 24.10.: Marcel Herfurth als dritter dbv-Athlet in der nächsten Runde

Mit dem Hallenser Marcel Herfurth (- 57 kg) konnte der dritte deutsche Boxer in die nächste Runde einziehen. Er besiegte heute mittag Ortszeit den Engländer Stephen Smith mit 20:14 Punkten jederzeit verdient. Nur zu Beginn lag der Engländer schnell mit 3:1 in Front, doch bereits nach Runde eins führte Herfurth mit einem Punkt. Den Vorsprung baute er bis zur vierten Runde auf fünf Punkte aus und im Schlussgang verwaltete er diesen gegen den immerhin Weltranglistenneunten. Herfurth hat nun Samstagnacht MEZ eine ganz harte Nuss zu knacken: den russischen Europameister und Weltranglistenfünften Albert Selimov.

24.10.2007 - Chicago
Ergebnisdienst vom 23.10.: Erfolgreicher Auftakt für deutsche Athleten

Mit zwei Siegen startete die dbv-staffel in die WM von Chicago. Weltranglistenerster Rustam Rahimov (Velbert) ließ gegen Jose Geovanny Pantaleon aus Guatemala nichts anbrennen, konnte seinen Vorsprung kontinuierlich ausbauen und siegte am Ende verdient mit 16:7-Punkten. Im nächsten Kampf der Vorrunde trifft er am Freitag auf den Kasachen Mirzhan Rakhimzanov.

Der Schweriner Martin Dreßen konnte sich im Halbwelter gegen den Israeli Muhammad Taha Sabia mit 43:19-Punkten ebenfalls klar durchsetzen und trifft nun im nächsten Vorrundenkampf am Freitagabend MEZ gleich auf den amtierenden bulgarischen Europameister und Weltranglistendritten Boris Georgiew.

Am heutigen Mittwoch müssen Marcel Herfurth (Halle/S.), Konstantin Buga (Berlin) und Alexander Povernov (Gifhorn) in den Ring.

23.10.2007 -Chicago
Ronny Beblik nicht vom Losglück verfolgt - Auftaktgegner ist der kolumbianische Südamerikameister William Urina Serna

Die Spannung ist vorbei. Allein 47 Lose befanden sich im Lostopf der Klasse - 51 kg, dem Fliegengewicht. (Minimum stellten 37 Boxer im Halbfliegen dar.)
Für Ronny Beblik gab es jedoch wenig großen Grund zum Lachen. Er erwischte nominell die schwerste Auslosungsgruppe, u.a. mit Ex-Weltmeister und Weltranlgistenersten Jerome Thomas (Frankreich), Europameister und Weltranglistendritten Georgy Balakshin (Russland), den Weltranglistenfünften Violito Payla (Philippinen) oder den hocheingeschätzten Lokalmatador Rau'shee Warren aus den USA (in Weltrangliste an Platz neun).

Gleich im Auftaktkampf am Donnerstagabend MEZ wartet auf "Bebi" wie erwartet eine harte Nuss. Er trifft auf den amtierenden Südamerikameister William Urina Serna aus Kolumbien. Der Südamerikaner ist also kein unbeschriebenes Blatt. Er belegte bei den Panamerikanische Spielen in diesem Jahr, damals noch mit kubanischer Beteiligung, den fünften Rang und musste sich nur dem späteren Sieger und Weltranglistenvierten Mc Williams Arroyo (Puerto Rico) geschlagen geben.

23.10.2007 - Chicago
Erstmals sind Boxfans in aller Welt "hautnah am Ring" dabei! - Live-Scoring auf www.aiba.org machts möglich - Detaillierte Punktwertungen werden erstmals veröffentlicht


Live Scoring-Ausschnitt aus der Webiste www.aiba.org. Glückwunsch, Ronny's Zimmerkollege Rustam Rahimov hat erfolgreich vorgelegt.

Zumindest in einem Punkt hat die AIBA mit ihrem Beschluss, eine offene Wertung anzuwenden, voll ins Schwarze getroffen. Durch das Live Scoring auf www.aiba.org kann jeder Boxfan sich ganz aktuell informieren. Aktueller gehts nunmal nicht!
Die öffentliche Wertung war eine längst überfällige Maßnahme der AIBA, die mit Sicherheit auch beim IOC auf Zustimmung stößt. Einerseits um eine vorbeugende Wirkung vor möglichen Manipulationen bei den Referees zu erzeugen und andererseits als Service für die Fans. Nicht anders als revolutionär ist es doch zu bezeichnen, das jetzt sogar die ermittelten Punktstände eines jeden Punktrichters als Ergebnisprotokoll im Internet einzusehen sind. Noch vor Monaten ein völlig undenkbares Unterfangen, als die Geheimniskrämerei noch Blüten trieb und selbst für die Monitore des Boxpointers am Kampfrichtertisch wahre "Festungen" als Sichtschutz konstruiert wurden. Bleibt nur zu hoffen, dass alle Beteiligten die neue Tendenz zur Objektivierung der Ergebnisse und die Serviceoffensive sachlich richtig einordnen und nicht zu ungewollten Aktionen ausnutzt.

Den Auftakt der deutschen Athleten macht heute Abend MEZ der Weltranglistenerste und Vizeweltmeister Rustam Rahimov (- 54 kg) aus Velbert, der auf Jose Geovanny Pantaleon aus Guatemala trifft. Mit vor Ort im UIC Pavillon ist auch Ronny Beblik, der seinem Zimmerkameraden fest die Daumen drücken wird.

23.10.2007 - Chicago
Feierliche und stimmungsvolle Eröffnung der WM ganz im Zeichen der Olympiabewerbung Chicagos - Box-WM 2009 wurde nach Mailand vergeben

Mit einer Athletenprozession in der City von Chicago, einer beeindruckenden Licht- und Lasershow fast olympischen Ausmaßes und einem Festakt im Chicago Theatre für die 693 Athleten und die Delegationen aus 121 Ländern wurden gestern abend die 14. Box-Weltmeisterschaften im Beisein von Boxlegende Muhammad Ali eröffnet. (links: Die deutsche Delegation beim Einmarsch.)

 


Das größte Box-Event aller Zeiten beginnt heute mit der Auslosung um 18 Uhr MEZ. Nur eine Zahl spricht Bände: In der Klasse - 64 kg stehen immerhin sage und schreibe 64 Athleten in der Starterliste. Auf dem gestrigen AIBA-Kongress beschlossen die 195 Mitgliedsländer eine Neuerung, die bereits bei diesen Titelkämpfen zur Anwendung kommt. Alle Kämpfe werden offen gewertet.

Der AIBA-Kongress vergab die Ausrichtung der WM 2009 ans italienische Mailand. Die Italiener setzten sich gegen Mitbewerber Südkorea durch.

23.10.2007 - Chicago
AIBA-Kongress beschließt einige Änderungen - Kopfschutz steht unter "Bewährung" - Rundenzeiten und Bewertungssytem unverändert

Am Montag fand in Chicago ein außerordentlicher AIBA-Kongress unter Leitung des neu gewählten Präsidenten Chin-Kuo Wu (Taiwan) statt.
Eine Vielzahl der von der AIBA-Reformkommission unter Leitung von IOC-Exekutivmitglied Gerhard Heiberg (Norwegen) vorgelegten Vorschläge fanden aber keine Zustimmung bzw. wurden vertagt. Dennoch verlieh AIBA-Präsident Wu dem außerordentlichen Kongress einen historischen Stellenwert: "Das ist der 1. Tag der neuen AIBA." Unterstrichen werden diese Worte durch ein neues AIBA-Logo und den Relaunch der AIBA-Website unter www.aiba.org.


Revolutionären Anstrich trägt allerdings auch der Vorschlag Wu's, Amateure und Profis unter dem Dach der AIBA zu vereinigen. Zudem ist angedacht, nach Wu's Vorstellungen bereits nach Olympia 2008, eine eigene AIBA-Weltliga ins Leben zu rufen. Eine Kampfansage an den Profibereich, denn die AIBA ist nun bestrebt, die olympischen Boxer länger unter ihren Fittichen zu behalten. "Wir wollen ihnen sportliche und auch finanzielle Perspektiven in der AIBA bieten", so Wu in Chicago. Nach Angaben des Präsidenten des USA-Boxverbandes Tom Virgets will die AIBA zwischen 200 und 300 Millionen Dollar in das Projekt investieren. "Ich glaube, dass es viele Leute gibt, die hoffen, dass das gelingt", so Virgets. Er fügte an, dass die Profi-Promoter würden absolut nichts für den Sport tun würden und die gut ausgebildeten Boxer nur für ihren persönlichen Gewinn ausnutzen.

Das Bestimmungen für Alterslimit der Kampfrichter wurde gelockert. Deren Einschätzung soll jetzt verstärkt nach dem Leistungsprinzip erfolgen, somit würden auch ältere Referees für ihre Leistung belohnt.
Die von vielen Experten erwarteten Änderungen in Sachen Kopfschutz, Bewertungssystem und Rundenzeiten blieben aus bzw. wurden verschoben. Der Kopfschutz kommt unter "Bewährung", hier muss noch das Urteil einer medizinischen Studie abgewartet werden. Sollte danach ein positives Ergebnis zu Buche stehen, so könnte die Haube ohne großen Zeitverzug fallen. Allerdings steht dafür noch kein Zeitpunkt fest.
(Quelle: Chicago Tribune)

22.10.2007 - Chicago
It's bout time! - Ronny Beblik guter Dinge vor WM-Eröffnung: "Endlich gehts los."

Das lange Warten hat ein Ende. Heute Abend MEZ wird mit der 14. Box-WM das größte Box-Event aller Zeiten in Chicago eröffnet. Nicht nur für unseren "Bebi" wird es eine besondere Herausforderung, auch für die Milllionenmetropole am Michigansee ist es eine ganz besonderer Höhepunkt. Es wird mit weit über 1000 Sportlern, Trainern und Offiziellen ein echter Test im Hinblick auf die Olympiabewerbung Chicagos für das Jahr 2016. Bereits im Jahr 2009 steht die Entscheidung des IOC an und somit wird sich die Stadt alle Mühe geben, trotz nur sechsmonatiger Vorbereitungszeit eine tolle WM auf die Beine zu stellen.

So muten die Fakten schon gigantisch an. Alle Teilnehmer sind, ähnlich eines olympischen Dorfes, in einem noblen Chicagoer Hilton-Hotel untergebracht. Die WM wird von über 1200 freiwilligen Helfern und 100 ehrenamtlichen Dolmetschern unterstützt. Allein für die Eröffnungsprozession in der State Street muss die Straße vier Stunden gesperrt werden und 20 Buslinien müssen umgeleitet werden. Das WM-Budget wird zwischen 3 und 5 Millionen Dollar geschätzt. Genauere Angaben gibt es noch nicht.

Der UIC-Pavillon fasst ca. 5000 Zuschauer und bietet beste Bedingungen. Dort befinden sich nicht nur die zwei Wettkampfringe (ab Halbfinale wird nur noch in einem Ring geboxt) und alle notwendigen Einrichtungen, sondern er ist gleichzeitig die Trainingsstätte während der WM-Tage. Es stehen neun Trainingsareale zur Verfügung, in welche sich die über 100 Teams hineinteilen müssen. Eine anspruchsvolle Aufgabe auch an die Logistik, denn der Bus-Shuttle muss für die 2-Meilen (ca. 3 km) vom Hotel zur Halle reibungslos funktionieren. Käme ein Boxer zu spät zum Wettkampf, so würde dies das Ausscheiden bedeuten.

Doch all das interessiert Ronny nur am Rande. Er ist voll auf die bevorstehenden Wettkämpfe fokussiert und freut sich, dass es nun endlich los geht. "Bisher lief alles gut und wir fühlen uns wohl. Die Organisation klappt prima, nur das Essen könnte etwas vielseitiger sein", berichtete Ronny. Beeindruckt ist unsere 1,64m kleine "Fliege" auch von der Skyline Chicagos: "Wenn du hier durch die Straßen gehst, kommste dir ganz klein vor." Die sieben Stunden Zeitumstellung hat er mittlerweile auch gut überstanden, die körperliche Flaute nach dem dritten Tag ist vorbei. Erster Spannungspunkt wird die morgige Auslosung sein, nach der er im ungünstigsten Falle bereits am gleichen Tage in den Ring klettern könnte.

 

18.10.2007 - Chicago
Boxgeschichte wiederholt sich in Chicago - "Chemnitzer Flair" in WM-Metropole - Ronny Beblik erlebt Neuauflage der Box-Prozession

Das sächsische Chemnitz gab eine Steilvorlage für die Millionenmetropole Chicago. Die Eröffnung der 14. Box-WM in Chicago verspricht spektakuläre und bisher "einmalige" Züge zu tragen.
Die Bevölkerung der drittgrößen Stadt der USA, die sich für die Austragung der Olympischen Spiele 2016 bewirbt, ist eingeladen zur öffentlichen "Athleten-Prozession" der nahezu 700 Boxer aus über 120 Ländern (Quelle: http://www.worldboxingchicago.org), mit der das Weltchampionat am 22. Oktober auf State Street eröffnet wird.
Um 23 Uhr MEZ (Ortszeit 16 Uhr) wird sich der Koloss des bisher größten Box-Events aller Zeiten am Palmer House Hilton in Bewegung setzen. Der Marsch zum Chicago Theatre trägt jedoch nur für eine Weltmeisterschaft Premierencharakter.


Unser Chemnitzer WM-Starter Ronny Beblik (2. v. links) führte zusammen mir dem heutigen Deutschen Vizemeister Robin Zipper (ganz links) und BCC-Präsident Wolfgang Koß (links Bildmitte) im Jahre 2003 den Eröffnungsumzug der Junioren-DM in Chemnitz an.

Wie das obige Foto aus dem Jahre 2003 zeigt, erwiesen sich die Organisatoren des BC Chemnitz 94 als "Vorreiter" dieser Idee. Damals wurden die 55. Deutschen Juniorenmeisterschaften am 1. Mai ebenfalls mit einem Marsch der Teilnehmer durch die Chemnitzer Innenstadt eröffnet, zu dem die Boxfans eingeladen waren.
Für unseren "Bebi" kann die WM-Prozession nur eine Extra-Motivation darstellen, führte er doch damals den DM-Zug nicht nur durch die Chemnitzer Innenstadt an. Er war auch erstmals bei den Junioren im Seilquadrat der deutsche "Lokführer" im Halbfliegengewicht. Seitdem holte er immerhin unangefochten drei Deutsche Männertitel im Halbfliegen- und Fliegengewicht.

16.10.2007 - Frankfurt/.M.
Daumendrücken für Ronny Bebliks großen WM-Traum - Heute Abflug ins "Land der stinkenden Zwiebeln"

14 Wochen harter Vorbereitung sind Vergangenheit. Heute fliegt Ronny Beblik mit der zehnköpfigen deutschen Staffel zur 14. Box-WM nach Chicago. Der 21-jährige "Shooting star" der deutschen Staffel, der in allen sieben WM-Vorbereitungskämpfen unbesiegt blieb und viel Expertenlob einheimsen konnte, ist froh, dass es nun bald los geht. "Ich bin gut in Schuss, auch meine Zahn-OP habe ich gut überstanden", sprüht er vor Optimismus und Selbstvertrauen.
Hier zeigt sich, dass auch die Zusammenarbeit mit einem Sportspychologen Früchte getragen hat. "Ich gehe von Beginn an konzentrierter in den Kampf. Das liegt aber auch daran, dass ich vorm Kampf ruhiger geworden bin und mich nur noch um das Wesentliche kümmere", erklärt er ein paar "Geheimnisse" seiner tollen Entwicklung im letzten halben Jahr.

Dennoch wird es sehr schwer werden, das große Ziel Olympiaqualifikation zu erreichen. Notwendig wäre dazu ein Platz in der Runde der besten acht. Derzeit an Weltranglistenposition 17 stehend, müsste also alles ideal für Ronny laufen. Bei über 30 Startern in der Gewichtsklasse wird schon viel von der Auslosung am kommenden Dienstag abhängen. Volle Konzentration wird ebenso vonnöten sein, da im 5000 Zuschauer fassenden UIC Pavillon in Chicago bis zum Viertelfinale in zwei Ringen geboxt wird. Am Daumendrücken der Wölfe-Fans zu Hause dürfte es aber nicht mangeln.