14 : 13 SIEG – Chemnitzer WÖLFE gegen TSV 1860 München

Ein äußerst versöhnlicher Abschluss einer aufregenden Saison, Pandemie / Wettkampfstätte / nur eine Ligastaffel / 4 Erstliga-Teams / spannungsgeladene Vorort- Situationen.

Sportlich kamen unsere Kämpfer in der bayrischen Landeshauptstadt solide und einsatzwillig an. Alles war auf einen ordentlichen Ligaabschluss gebürstet. Ein Sieg war eher futuristisch nach den Erlebnissen der Saison. In der sächsischen Boxhochburg konnten die Münchner Löwen zwei Limits nicht besetzen und machten uns den Sieg am 2.4. doch leicht. Die Karten waren auswärts völlig neu gemischt aber wir Sachsen hatten einfach eine schöne Situation, unser WÖLFE Team stand wie eine „Festung in der Brandung“. Der Staffelkapitän Silvio Schierle schwor mit dem Trainerteam (Hoppstock/Schulz/Leib) die Kämpfer auf Auswärtssieg ein. Somit brachten wir die Löwen unerwartet in die Bredouille. 57 kg Der Auftaktsieg von Ani Haxhillarie gegen den EM-Dritten, unseren Exligafighter Sharafa Raman, war erneut eine Augenweide. Bekannterweise wollte Sharafa seine Revanche, unser Düsseldorfer Städtepartnerfighter Ani, konnte jedoch jede Runde Paroli bieten. Ein gutes faires Urteil vom Kampfgericht.

60 kg: Ebenso kampf- und siegbetont setzte Oskar Sobieszczyk gegen einen starken Mierweiss Sherzada an. Runde für Runde gab es Steigerungen eines unserer „Jungster“. Taktisch im Geschehen, lies leider die Punktrichtergilde einen 2. Sieg in Folge für die WÖLFE nicht zu, sehr schade.
63,5 kg: Erneut bekam Artur Orlov seine Einsatzchance und mühte sich ordentlich. Ahmed Ham musste schon schwere Treffer verdauen, die unorthodoxe Kampfesweise von Artur verhinderte einen Sieg.
67 kg: Erstmals im Chemnitzer Look boxte Nikita Uljanow und machte fast alles richtig. Randy Botikali war auf Sieg eingestellt, konnte natürlich gegen unseren Wolf nicht wirklich etwas reisen. 71 kg: Eine gute und kluge Entscheidung unseren Martin Grohmut in die Aufstellung zu nehmen. Zudem war der Gewichtsklassenwechsel eine gewinnbringende Entscheidung. Daniel Asoegwu konnte den Fleiß und der Willigkeit von Martin nichts entgegensetzen. Nach 4 Niederlagen, trotz großartiger Leistungen, nun der verdiente Sieg in der Ligasaison. Einfach wunderbar!
75 kg: Kurzfristig sprang Kevin Pöllmann im Mittelgewicht in die Bresche. Gegen den Münchner Lokalmatador Aleksander Bukrien hatte Kevin jedoch keine sportliche Chance. Vorsorglich wurde bereits in Runde 1 das Handtuch geworfen. Dieser sogenannte Waage- und Antrittspunkt wurde äußerst wertvoll.
81 kg: In Chemnitz wurde der Saalfelder Silvio Schierle ordentlich um seinen Sieg gebracht. Gegen Sehat Parlak kam es in München zur Schlacht schlechthin. Silvio boxte vom 1. Gong an äußerst aggressiv. Die Gegenwehr kam sofort. Erneut gewann Silvio Runde für Runde, das knappe und sehr verdiente Siegurteil diesmal erfreute das Trainerteam.
91 kg: Nach der traurigen Überraschung in Chemnitz war Laurens Hagen diesmal deutlich klüger von Trainer David Hoppstock vorbereitet. Trotz 2maligen Anzählens verstand es Hagen um den Sieg mit zu boxen. Ein Faustkampf gegen den baumhohen Leo Kirschberger. Oft gelang es ihm diesmal um den Sieg zu boxen, noch hat es nicht gereicht. Bei der deutlichen Leistungssteigerung sollte dies nur eine Frage der Zeit sein.
+ 91 kg: Unser sächsischer Jugend Europameister von 2021 und Vize EM u22 2022 aus Leipzig hatte gegen den gewichtigen Timucin Kizilay die entscheidende Aufgabe zu lösen. Kraftvoll und trotz alledem überlegt brachte er seinen Kontrahenten zusehends an sein Limit. Die boxerische Überlegenheit war einfach gigantisch und in Runde 2 flog das Handtuch zur Aufgabe aus der Münchner Trainerecke.

Die Überraschung war einfach passiert. Die Chemnitzer WÖLFE übernehmen somit Platz 3 der Bundesligatabelle und verabschieden sich aus dieser äußerst schwierigen und unschönen Bundesligasaison. Die 29. Saison hat sich erledigt. In die mit vielen Kompromissen, seitens des DBV, gestarteten Saison bleiben leider viele Fragen und unschöne Begebenheiten.

FAZIT:
Trotz des offenen Protestes unserer Seite gibt es viel Konfliktpotenzial. Die vorgetragenen Protestinhalte sind einfach da und bedürfen keinerlei unnötige Bewertungen. Hier müssen richtige Lehren abgeleitet werden, damit diese formellen Fehler sich erübrigen. Die sportliche Situation spricht eine andere Sprache und wird uns zur Konfliktbeendigung ermutigen.
Unsere Zuschauer, Fachkundigen, Helferteams und weiteren Boxfans haben zu uns gehalten. Darauf Stolz zu sein, gehört sich einfach und macht uns stark und widerstandsfähig. Die eingesetzten Boxer haben uns vorangetrieben und wollen eine neue weitere Boxbundesligateilnahme. Präsident Koß und Manager Leib haben diese Ansagen wahrgenommen. Mit den vorhandenen Finanzmitteln ist dies aktuell jedoch aussichtslos. Sowohl Fördervereinsvorstand Tom Pfeiffer als auch BCC 94 Schatzmeister Gunther Krasselt warnen deutlich, die Rücklagen der Pandemiezeiten sind aufgebraucht. Hier müssen explizit neue Wege beschritten werden, ohne Hilfen der Stadt Chemnitz wird dies nicht zu schultern sein.

Vom 23. bis 25. September soll das 30. Internationale Chemnitzer Boxturnier als Partnerstädteturnier über die Bühne gehen. In der Sporthalle am Schloßteich werden internationale Teams erwartet. Großes Interesse seitens der sportlichen Kontrahenten wurde deutlich angezeigt. 2025 ist Chemnitz Kulturhauptstadt Deutschlands sowie Europas, sicher gibt es da viele Parallelen und sollte beiden Zielen guttun, dem Boxsport mit Leistungsanspruch und Europas Kulturhauptstadt.

Ring F R E I – Fit & Fair durch Boxen

Olaf Leib – BCC 94 e.V. – Landes- und Talenttrainer